Kamasi Washington – The Epic

Kamasi Washington

 The Epic

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„Jazz ist tot, lang lebe der Jazz“

Kamasi Washington ist kein unbeschriebenes Blatt, wenn man sich in den weiten der Popwelt fortbewegt, aber ein solches Mammutwerk, welches den Titel „The Epic“ wie kein zweites verdient hat, beeindruckt nicht „nur“, es bewegt.

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Kamasi Washington – The Epic

17 Stücke, eine Spiellänge von 174 Minuten, das ist eben Jazz, diese Freiheit muss man sich nehmen und das kommt dann auch noch eher aus dem nichts. Kamasi Washington, hat schon für einige Musiker, das „2. Saxofon“ gespielt. Sei es für Flying Lotus „You´re Dead!“ oder Kendrick Lamar „ To Pimp a Butterfly“. Ein Wunder, dass es nicht Washington ist, der sich auf der letzten große Platte von David Bowie „Blackstar“ das Tenorsaxofon schnappte und sie dadurch veredelt hat. Washington war eine Art Geheimtipp, der, wo er mit an Board war, AUFGEWERTET hat, es kann nur so sein!
„The Epic“ ist Jazz, es macht sich frei von Standards. Damit meine ich nicht nur was der Jazz, insbesondere der Freejazz bietet, sondern besonders aus der Sicht der Popmusik. Jazz und Pop leben seit Jahrzehnten in einer Symbiose, wobei die Popmusik sich immer wieder beim Jazz bedient und umgekehrt. Kamasi Washington schafft das was man als reine Jazz Platte nur selten schafft. Heraus aus der Nische hinein in die POP-Welt, obwohl es immer noch mehr Jazz als Pop ist?! Es ist auf jeden Fall ein heißer Fiebertraum, ein Rausch des Saxofons. Es ist breit und damit meine ich auch“Fett“ im allerbesten Sinne. Jegliche Jazz-Stile werden zelebriert. Ob man nun eher etwas „leichteren“ Jazz und/oder „anspruchsvollere“ Sachen bevorzugt sei dahingestellt, jeder kommt in den Genuss eine Musik zu hören die beides verbindet und somit etwas neues schafft. Jeder weiß was dann passiert, es entstehen Meisterwerke! „Pet Sounds“ von den Beach Boys, „Sgt. Peppers“ von den Beatles , „ Exile on Main St.“ Rolling Stones, nur einige Beispiele, die die Tragweite dieses Albums widerspiegeln und JAAAA…ICH BIN GEHYPT!!!!!!

Wie soll man auch diesem Hype umgehen, wenn man erstmal den Soultrain von Washington besteigt gibt es kein zurück. Die Expedition führt durch magische Welten, voller Spannung, Dramatik, Hymnen, ein Wechselbad der Gefühle, man sollte schnell sein, sich auf neues einstellen können, denn hier rauscht der Sound von einer Ecke in die nächste, immer in Erwartung etwas hervorzubringen, was der Besteigung des Mt. Everest gleichkommt. Nicht selten ist einem kalt und heiß gleichzeitig.

Einen Titel, als besonders hervorzuheben wäre der Versuch den gordischen Knoten zu lösen. Das Album wirkt als ganzes, aus einem Guss mit allen Facetten, der Ruhe, dem irren Tempo, der tollen Soli, ein Sturm aus Leidenschaft und Timbre. Wenn man sich darauf einlässt, selbst wenn man nicht unbedingt jazzaffin ist, dann zeigt sich dem Hörer eine Offenbarung.

http://www.kamasiwashington.com

 

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